TRAUMHUNDE.DE : TIPPS UND TRICKS : ALLEINE LASSEN

Alleine lassen -Step by Step

Wenn im wildlebenden Rudel ein Hund isoliert wird, wenn der Rest der Meute ihn zurückläßt, ist er entweder schwach oder krank, er wird "aufgegeben". So ein Tierchen versucht mit seinen letzten gebündelten Kräften, doch noch den Anschluß zu wahren.

Genau das tut instinktiv jeder Hund, wenn er sich von Ihnen verlassen fühlt. Er will hinterher und nutzt seine Möglichkeiten. Winseln, der Schrei nach dem Rudel zum Beispiel, das im Wildleben unweigerlich die Mutter oder Tanten auf den Plan rufen würde.

Lassen Sie es nicht so weit kommen. Das Weggehen ohne Frust und Streß müssen Sie üben. Tricksen Sie nicht, gehen Sie entschieden, ruhig und ohne Abschiedsworte oder gar Trost hinaus. Erst nur für Minuten, damit Sie unerwünschte Reaktionen im Keim ersticken können. Bitte nicht schimpfen oder gar strafen! Ihr Kleiner freut sich, daß Sie wieder da sind, und hat sofort vergessen, was er inzwischen getan hat.

1. Schritt

Sorgen Sie in jedem Raum, in dem der Hund sich normalerweise aufhält, für einen warmen, weichen , geschützten Schlaf- und Warteplatz, auf den der Hund sich zurückziehen kann.

2. Schritt

Machen Sie Ihrem Hund diese Plätze "lieb". Sie müssen vertraut riechen, für ihn mit positiven Reizen verbunden sein. Streicheln, liebkosen Sie ihn, wenn er dort liegt. Geben Sie ihm (ab und zu) ausgesuchte Leckerbissen oder ein Spielzeug. Beides sollte nur dort für ihn erreichbar sein. Wechseln Sie Ansprache, Spielzeuggeben und Leckerbissen ab, nichts darf Regel werden.

3. Schritt

Verknüpfen Sie diese Plätze alle mit einem einzigen Schlüsselwort: zum Beispiel Bett, Platz o.ä. So wie er seinen Namen begreift, lernt er schnell, daß dieser Code - von Ihnen freundlich ausgesprochen - das Aufsuchen seines Warteplatzes bedeutet. Weil ihn dort Zuwendung erwartet, wird er seine Höhlen gern aufsuchen.

4. Schritt

Verlassen Sie in unregelmäßigen Abständen, möglichst während der Hund döst (nicht fest schläft), den Raum, nachdem er es sich auf seinem Platz gemütlich gemacht hat. Will er folgen, verweisen Sie ihn ruhig und freundlich, mit etwas Verwunderung in der Stimme, zurück auf seinen Platz. So lange (mit viel Geduld und Freundlichkeit), bis er bleibt und sich beschäftigt.

Schleichen Sie sich nie heimlich weg, Ihr Hund darf ruhig sehen, daß Sie gehen. Das nimmt ihm viel von seiner Angst.

5. Schritt

Führen Sie ein Begrüßungsritual ein, das Sie immer bei Ihrer Rückkehr verwenden. Ein kurzes Spiel z.B., das Sie beide nur dann spielen. Das Ritual findet ab dann immer statt.

Immer nach festem Muster, bis Rituale sich eingespielt haben und der Hund weiß: Sie gehen, er bleibt zurück und wartet. Er ist nicht ausgestoßen, verlassen, sondern lediglich zurückgelassen, während Sie andere Pflichten erfüllen. Und er weiß, Sie kommen zurück, sind ebenso glücklich wie er, feiern das Wiedersehen.

Seine Stunden ohne Sie gehören selbstverständlich zu seinem Alltag, wie die Mahlzeiten, die Gassirunden, die Spiele und das gemeinsame Nichtstun vor dem Fernseher.