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Zecken

Die Zecke ist ein Spinnentier. In jedem Stadium ihrer Entwicklungsgeschichte (Ei, Larve, Nymphe, ausgewachsene Zecke) braucht sie zumindest einmal eine Blutmahlzeit. Es ist unglaublich, was dieses kleine Tier innerhalb eines Saugaktes für eine Menge Blut aufnimmt. Dieser Saugakt kann bis zu zwei Tage anhalten und die Zecke kann bis zur Erbsengröße anschwellen.

Um an ihr Opfer zu kommen lauert sie auf Grashalmspitzen und Buschwerk. Sie spürt die Körperwärme oder die Bodenerschütterung durch das Laufen ihres Opfers und läßt sich im geeigneten Augenblick fallen. Áuf ihrem Opfer krabbelt die Zecke noch eine ganze Weile - dies kann Stunden dauern - bis sie sich in die Haut hineinschneidet. Was auf den ersten Blick wie Vorderfüße aussieht sind fußartige Taster . Sie werden zur Seite geklappt und dann schiebt die Zecke aus dem mit Widerhaken besetzten Mundwerkzeug, eine spitze Schere mit der sie sich in die Haut bis ins blutige Gewebe ihres Opfers hineinschneidet. Während dieser Arbeit, die an die 10 Minuten dauert, speichelt die Zecke in den Einstichkanal. So bemerkt der Hund nichts vom Stich. Außerdem bewirkt der Zeckenspeichel, daß keine Entzündung auftritt und das Blut nicht gerinnt.

Da die Zecke viel Blut zu ihrer Mahlzeit braucht, zersetzt der Speichel die Zellwände am Ende des Einstichkanals, so daß sich dort eine ganze Ansammlung von vorverdauter Nahrung aus Gewebeflüssigkeit und Blut bildet. Damit kein Tröpfen verloren geht, wird am hinteren Teil des Saugwerkzeugs, also an der Hautoberfläche, das gebohrte Loch geschlossen.

Der ganze Saugakt kann mehrere Tage dauern. Bei den jungen Formen der Zecke - also Nymphen und Larven - ist der Saugakt kürzer.

Die Zeckensaison dauert von März bis Oktober mit Höhepunkten im Frühjahr und Herbst.

Hochinfektiöser Zeckenspeichel

Die Infektion des Wirtstieres erfolgt durch den Speichel. Im Darm der Zecke können sich Bakterien, die Borrelien, eingenistet haben. Ist die Zecke Träger dieser Erreger, erfolgt durch den Stich mit Sicherheit eine Übertragung auf den Gestochenen. Hat sich die infizierte Zecke angesaugt, wandern die Borrelien-Erreger in die Speicheldrüse des Parasiten ein. Beim Saugen injiziert die Zecke ihren Speichel in die Haut des Wirtes und infiziert ihn so. Je länger die Zecke saugt, um so größer ist das Infektionsrisiko.

Zecke entfernen

Wurde Ihr Hund gestochen, nehmen Sie zur Entfernung eine spezielle Zeckenzange oder eine spitze Pinzette. Die Zecke soll dabei nicht zerdrückt werden, denn dann quetscht man Darminhalt in die Wunde. Auch ist darauf zu achten, daß der Kopf der Zecke mit entfernt wird. Dieser kann leicht abreißen und dann entzündet sich die Bißstelle. Also die Zeckenzange möglichst tief ansetzen. Die Bißstelle sollte zur Vorsicht noch desinfiziert werden.

Abzuraten ist von dem alten "Hausmittel" die Zecke mit Öl, Äther, Benzin oder Terpentinöl zu beträufeln. Im Todeskampf sondert sie besonders viel Speichel ab. Somit ist die Gefahr noch größer, daß gefährliche Erreger übertragen werden.

Da die Zecken wie oben beschrieben, erst nach Stunden zubeißen, ist es angebracht, nach jedem Aufenthalt in der Natur den Hund nach Zecken abzusuchen.

Zeigt sich nach einigen Tagen eine Entzündung um die Stichstelle, die meist auf Handgröße anwächst, sollte umgehend der Tierarzt aufgesucht werden.

Ein vorbeugendes Mittel gegen Zecken gibt es nicht, selbst sogenannte Zeckenhalsbänder halten den Hund in der Regel nicht zeckenfrei.

wir beträufeln unseren Caesar vor jedem Spaziergang mit Teebaumöl. Die Zecken scheinen den Geruch nicht zu mögen. Er hat auf jeden Fall nicht mehr so viele Zecken wie vorher. Er war bereits an einer durch eine Zecke übertragenen Borreliose erkrankt ist und nur durch das schnelle Eingreifen des Tierarztes wieder gesund geworden ist, kann man nicht vorsichtig genug sein und sollte seinen Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken untersuchen.