TRAUMHUNDE.DE : NACHWUCHS

Unsere Züchter

Vorwort

Dieses Kapitel hat besonders viel Zeit in Anspruch genommen.

Wenn man als Betreiber der Internetseite "terrier.de", die sich überwiegend durch Züchteranzeigen finanziert, einen Artikel über Züchter schreibt, dann läuft man Gefahr, dass die Besucher an der Objektivität des Geschriebenen zweifeln. Vor allem dann, wenn - soviel sei vorweg genommen - sehr viel Positives zu lesen ist.

Dessen sind wir uns bewusst. Lucy's Tagebuch ist daher bewusst sachlich gehalten - vor allem dieses Kapitel. Wir berichten von unseren Eindrücken und haben diese in den diversen Rubriken mit sehr vielen Bildern dokumentiert. So kann sich jeder Leser einen eigenen Eindruck verschaffen - und das Ergebnis, unsere Lucy, spricht letztendlich für sich …

Wir haben in 10 Jahren terrier.de sehr viel über Terrier, Welpen und Züchter erfahren. Viel Positives war dabei, aber auch sehr viel Negatives. Allergien, Krankheiten, Aggressionen und andere Verhaltensstörungen, kurz alles, was manches Herrchen und Frauchen während eines langen Hundelebens an Problemen zu bewältigen hat wurde uns berichtet und in unseren Foren diskutiert. Und immer wieder wurde darauf verwiesen, dass die Ursachen für vieles in den ersten Wochen eines Hundelebens, also bereits beim Züchter liegen.

Als wir uns entschlossen hatten einen Welpen zu uns zu nehmen, war es natürlich naheliegend, dass wir all die Ratschläge, die wir erhalten und auch zum Teil an unsere Besucher weitergegeben hatten, einer eingehenden praktischen Prüfung unterziehen.

Das Ergebnis: unsere Erwartungen wurden weit übertroffen !

Aber der Reihe nach ….

"Unsere Züchter"

Als feststand, dass es ein Irish Terrier werden sollte, haben wir uns nach einem geeigneten Züchter in unserer Nähe umgeschaut, auf Ausstellungen, in einschlägigen Züchterlisten, etc. Den Ausschlag gab schliesslich ein Tipp unserer Tierärztin.

Und so sind wir am 2. September 2007 nach Merzen zu Familie Gielians und den Irish Terriern vom Haseland gefahren. Wir wollten uns einfach mal umschauen, uns kennenlernen und unsere im Kopf gespeicherte "Strichliste Züchterauswahl" durchgehen. In aller Ruhe, denn die Anschaffung des Welpen war für irgendwann Mitte 2008 geplant

Und dann kam alles ganz anders ...

Die Tür ging auf und fünf Irish Damen kamen auf uns zu und haben uns überschwänglich begrüsst. Wenn es bis zu diesem Zeitpunkt noch irgendwelche Zweifel an unserer Rassewahl gegeben haben sollte, in diesem Moment waren sie alle weggewischt.

Wir sassen im Wohnzimmer und es wurde gespielt, gestreichelt, geschleckt und gedrängelt und Frau Gielians stand inmitten ihres Rudels hat uns alle Verhaltensweisen erklärt und hin und wieder für Ordnung gesorgt.

Hundeverhalten, Genetik, Erbkrankheiten, Erbgänge, Entwicklung, Umwelteinflüsse, Geburt, Aufzucht, Sozialisation, Ernährung, Gesundheit und Gesundheitsprophylaxe, Zuchtverfahren, Zuchtauswahl - wir staunten mit wieviel Engagement und Liebe Herr und Frau Gielians über ihre Hunde erzählten.

Die Zeit verging wie im Flug. Unsere "Strichliste" hatten wir total vergessen, denn längst war klar - wir hatten "unsere" Züchter gefunden.

Die Entscheidung

Ann Claire, eine der fünf Irish Damen erwartete in wenigen Tagen Welpen und so wurde bereits auf der Heimfahrt unserer Zeitplan über den Haufen geworfen, denn warum sollten wir noch warten …

Am 11.September kam unsere Lucy zur Welt.

Unsere Besuche

Bereits am ersten Wochenende durften wir sie und ihre 3 Schwestern sehen und Woche für Woche konnten wir dann miterleben, wie aus diesen kleinen, blinden hilflosen Mäusen quicklebendige und selbstbewusste kleine Irish Terrier wurden.

Wir haben natürlich jede Menge Fotos gemacht und einige davon in Bildergalerien, sortiert nach den wöchentlichen Besuchen, zusammengestellt.

Diese Besuche liefen immer gleich ab. Aus geplanten 30 Minuten wurden mindesten 2 Stunden, in denen wir bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein im Wohnzimmer sassen, mit den großen und kleinen Hunden spielten und den Erzählungen von Herrn und Frau Gielians lauschten. Es wurden Fragen beantwortet und alle wichtigen Themen ausführlich behandelt. Nach und nach lernten wir auch die zukünftige Besitzer andere Welpen kennen, die natürlich auch häufig zu Besuch kamen.

Das umfangreiche Fachwissen erstaunte uns immer wieder. Erworben durch jahrelange Erfahrung, durch den Besuch von Züchterseminaren, Rassemeetings, Zuchtschauen, dem Studium von Ahnentafeln, Zuchtbücher und kynologische Artikel, Fachbücher, Videos, den Austausch von Erfahrungen mit langjährigen erfolgreichen Züchtern, die Beurteilung der eigenen Hunde und den stetigen Überblick über die Rasseentwicklung, die bedeutendsten Vererber, die Kontrolle über Nachzuchten, Mängel, Trends in der Rasse und die Bedeutung für die Zucht und durch Kenntnisse der Gesetze und der vereinsinternen Vorschriften und Zuchtbestimmungen - ein unerschöpflicher Fundus !

Haus und Garten

Überall im Haus ist zu sehen, dass Familie Gielians mit ihren Hunden lebt. Die Fotos an der Wand, die Körbchen, Spielzeug, oder das Welpenzimmer in dem Ann Claire ihre Jungen zur Welt brachte.

Besonders interessant ist auch der Garten. Rund um den Garten verläuft eine "Irish Rennbahn". Ihre Benutzung hat bereits Spuren im Rasen hinterlassen und es ist beeindruckend zu sehen mit welcher Kraft, Geschwindigkeit und Geschicklichkeit die erwachsenen Irish Terrier ihre Runden drehen.

Daneben ein überdachter Welpenauslauf, ein gesichertes Gehege von 5*10 Metern, überdacht und mit wasserfestem Boden ausgelegt. Bei der Ausgestaltung sind der Phantasie keine Grenzen auferlegt worden. Der Untergrund ist verschiedenartig. Mal Sand, mal Gras, mal Boden, mal Stein usw. Ein Platz für kleine und große Geschäfte ist enthalten, damit die Welpen das gelernte selbständig weiter führen können. Das heißt es wird der Untergrund geboten, den sie gewöhnt sind.

Welpenauslauf

Es sind Höhlen, Liegeplätze, Spielsachen usw. vorhanden. Es sind verschiedene Dinge zur Geräuscherfahrung aufgestellt. Es gibt Verstecke, es gibt was zum Erkunden, zum Erklettern, ein Wackelbrett, eine kleine A-Wand, ein Schauckelbrett, einen Tunnel, manchmal Tiefflugübungen der Bundeswehr usw. Jeden Tag kommt etwas hinzu oder wird entfernt, damit es immer aufregend und spannend bleibt.

In diesem Auslauf werden die Welpen auch schon mal mit der Mutter kurzfristig allein gelassen. Zuerst nur die Mutter, dann auch die anderen Hunde, sobald man sicher sein kann, dass die Mutter dies wünscht und zulässt.

Manchmal wird auch der Zugang zum großen Garten geöffnet und die Welpen erkunden dann die weiteren 2000 qm mit Rasen, Blumenbeeten, Terrassen, Hecken, Bäumen usw. Dort sind dann auch Gebiete zum buddeln usw. freigegeben. Oder sie schauen staunend zu, wie die großen ihre Runden über die oben beschriebene Rennbahn drehen.

A Special Way of Life

Wir haben uns immer sehr auf die Besuche gefreut, denn es ist erstaunlich wie sehr sich die Kleinen innerhalb weniger Tage weiterentwickeln. Manchmal hatten wir auch ein schlechtes Gewissen, wenn es abends wieder mal etwas später wurde, denn während der Welpenzeit ist der Stress mit den Hunden, den Besuchern schon sehr groß für Familie Gielians, zumal in dieser Zeit auch noch Ausstellungen - und natürlich auch der normale Alltag anstanden. Trotzdem waren die zukünftigen Welpenbesitzer immer willkommen.

Wenn man dann noch bedenkt, dass - um einigermaßen kostendeckend zu arbeiten - ein Züchter auch noch die Bereiche Werbung, Beratung, Präsentation, Absatz (bestmögliche Kandidaten für den Wurf finden), Auswahl (viele Besuche/Gespräche mit den Welpenleuten), Betreuung, Verkauf und Nachsorge (Hilfestellungen, Beratung, evtl. Rücknahme), abdecken muss, dann wird jedem klar, der Aufwand zu Züchten ist erheblich.


Hundezucht ist kein Hobby, Hundezucht ist eine Berufung, eine rund um die Uhr Beschäftigung, die vollen Einsatz verlangt, oder wie Frau Gielians es formuliert - ein besonderer Way of Life.

Unser Fazit

Wir haben diese Zeilen ganz bewusst erst mit einigem Abstand zu der Zeit beim Züchter geschrieben.

Unsere Lucy ist jetzt seit mehr als 4 Wochen bei uns, eine aufgeweckte, gesunde, liebe, selbstbewusste kleine Irish Lady, die mit großer Neugier und ohne Angst Tag für Tag eine weiteres Stückchen ihrer Welt erobert und die uns sehr viel Freude macht.

Und der Grundstein dafür wurde - weit mehr als wir es vorher für möglich gehalten haben - in den ersten Wochen beim Züchter gelegt

Fazit: wir haben alles richtig gemacht !!

Der Preis

Ganz zum Schluss noch ein Thema, das für viele neue Welpenbesitzer meist ganz am Anfang steht - der Preis.

Ein Terrierwelpe von einem seriösen Züchter wie unsere Lucy kostet - gleich welche Rasse - zwischen 950 und 1500 Euro.

In der Zeitung oder auch im Internet werden Rassehunde - meist sind es aktuelle "Moderassen" - bereits für 250 bis 500 Euro angeboten.

Die Gefahr ist groß, dass Sie dafür einen Hund bekommen, der vielleicht auf einem alten Bauernhof, vielleicht in einer ehemaligen Schweinbox zur Welt kam, der die ersten Wochen seines Lebens nichts weiter gesehen, als den Menschen der einmal am Tag das Futter bringt.

Die Elterntiere leben nicht mit den Menschen, sie sind dazu da möglichst oft und viele Welpen zu produzieren, die dann möglichst schnell - meist schon vor der neunten Woche - verkauft werden.

Viele von diesen Welpenkäufern treffen sich später u.a. auch in unserem Forum und diskutieren dann über die eingangs erwähnten Krankheiten, Allergien, Verhaltensstörungen etc.

Schauen Sie sich mal in unserem Forum um, Sie werden eine Menge Beispiele finden.

Eine einfache Rechnung:

ein Hund kostet für Ernährung, Versicherung, Tierarzt, Ausstattung etc ca. 50 Euro pro Monat.

Bei einer Lebensdauer von vielleicht 15 Jahren sind das 8.000 bis 10.000 Euro (!).

Für die beim Kauf vielleicht gesparten 500 bis 800 Euro bekommen Sie bei einem guten, engagierten und erfahrenen Züchter - und nur dort - all das, was wir in diesem Beitrag eingangs beschrieben haben.

Und nicht zuletzt entscheidet sich damit bereits beim Kauf, ob Sie für die restlichen 8 bis 10.000 Euro auch einen Hund bekommen, an dem Sie mit großer Wahrscheinlichkeit 15 Jahre lang Spaß und Freude haben.

Denken Sie mal drüber nach und nehmen Sie sich dann genügend Zeit "Ihren Züchter" zu finden.